Ausgegrabenes Cöllner Dominikanerkloster : Was Berlins Anfängen über die Stadt verraten

  • Da stand noch lange kein Schloss, doch das Dominikanerkloster wuchs um 1300 auf festem Feldsteinfundament. In der Nachbarschaft auf der Spreeinsel stand die seit mindestens 1250 voll ausgebildete Stadt Cölln mit 1400 Einwohnern, Petrikirche, Bürgerhäusern aus Fachwerk und Stein, Werkstätten, dem Fischmarkt. Auf der Berliner Seite wohnten 2600 Leute, dort erhoben sich St. Nicolai, St. Marien und das Franziskanerkloster, das auf das Jahr 1250 zurückgeht. Nun kamen die Dominikaner hinzu. Zwei Klöster – das spricht für die Bedeutung der aufstrebenden Kaufleutesiedlung. Zwei Bettelorden – das spricht für das Bedürfnis der Bewohner, der frühkapitalistischen Geldwirtschaft der reichen Händler das Ideal von Besitzlosigkeit und Askese entgegenzusetzen. Etwa 450 Jahre prägten die Dominikanerbauten das Stadtbild Cöllns. Von 1442 an bekamen sie das Residenzschloss der Hohenzollern zum Nachbarn. Dem Wunsch der neuen Dynastie nach immer mehr Größe mussten die alten Klostermauern letztlich weichen. Der Neubau des Eosanderflügels für das Barockschloss drängte ab 1710 auf das Klostergelände, bis nur noch die Kirche übrig war. 1747 begann auch deren Abriss. Vor 270 Jahren war der letzte Teil verschwunden. Sensationsfund: die älteste Bohle Auch aus dem Gedächtnis blieb der bedeutende Bau lange verschwunden. Das änderte sich, als 2008 mit dem Beschluss zum Wiederaufbau des Schlosses die gesetzlich vorgeschriebenen Ausgrabungen begannen und mit diesen eine einzigartige Chance zur Wiederbegegnung mit den ersten Jahrhunderten der Stadtgeschichte entstand. Die Archäologen haben sie mustergültig genutzt: Das Kloster auf dem heutigen Schloßplatz wurde zwischen 2008 und 2015 auf 15.000 Quadratmetern ausgegraben und nach allen Regeln der Kunst (sogar mit modernstem Laserscan) untersucht. Jetzt, nur vier Jahre später, liegt mit dem Doppelband „Die Baugeschichte des Dominikanerkloster-areals in Cölln an der Spree“ ein Werk vor, das es jedermann jederzeit ermöglicht, die Funde und Befunde bis ins letzte Detail kennenzulernen. Vollbracht hat das monumentale Werk – 4,6 Kilogramm, 864 Seiten, 196 Abbildungen, acht beigelegte großformatige Faltpläne – der Archäologe und Grabungsleiter Michael Malliaris. Trotz der überwältigenden Detailfülle und höchster wissenschaftlicher Standards öffnet sich seine Arbeit dank ihrer klaren Struktur, der klaren Sprache und freundlich beigefügten Hintergrundfakten jedem Interessierten. Hier wird nicht mit Spezialweisheiten geprahlt, hier wird freigiebig Wissen verteilt. Malliaris selbst...

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