Kandidat für CDU-Vorsitz in Berlin : Kai Wegner: „Ich stehe nicht für Ideologien“

  • Aufstand der Gartenzwerge.“ „Zu klein für dieses Amt.“ „Eine zerstörerische Kandidatur.“ Das Echo auf Kai Wegners Ankündigung, Kulturstaatsministerin Monika Grütters aus dem Amt der Berliner CDU-Vorsitzenden zu vertreiben und sich selbst auf den Thron zu setzen, fand in der hauptstädtischen CDU und drumherum ein verheerendes Echo. Seitdem sind zwei Monate vergangen. Monika Grütters hat aus Einsicht in ihre Chancenlosigkeit zurückgezogen. Am Sonnabend stellt sich der Bundestagsabgeordnete Wegner auf einem Parteitag im Estrel-Hotel zur Wahl, die als sicher gilt. Der 46-Jährige hat keinen Gegenkandidaten. Zwischen den letzten Wahlvorbereitungen war Zeit für ein Telefoninterview, in dem es auch um seinen persönlichen Werdegang gehen sollte. Herr Wegner, 2019 ist ein Jahr der Gedenktage: 70 Jahre Grundgesetz, 70 Jahre Luftbrücke, 30 Jahre Mauerfall. Die Berliner Zeitung hat vorige Woche eine ganze Ausgabe den gefälschten Wahlen im Mai 1989 in der DDR gewidmet. Für viele galten diese Wahlen als Anfang vom Ende des Staates. Sie waren beim Mauerfall 17 Jahre alt und lebten in Spandau, tief im Berliner Westen. Welche Erinnerungen haben Sie an die DDR? Die waren beklemmend. Wir sind jedes Jahr mit dem Auto nach Österreich in den Urlaub gefahren. Am Übergang Dreilinden hatte ich immer Angst. Ich hatte ein Kuscheltier, Moppy, irgendetwas zwischen Hund und Hase. Meinem Cousin war auf dem Transit einmal das Kuscheltier aufgeschnitten worden, weil die Grenzer darin Drogen unterstellten. Ich habe Moppy immer versteckt, damit das nicht passiert. Moppy „lebt“ heute noch. Und wie haben Sie den Mauerfall in Erinnerung? Eine tolle Erfahrung. Diese Aufbruchstimmung, diesen Optimismus würde ich uns heute auch wieder wünschen. Ich war noch in der Nacht an der Mauer und bin in den Ostteil gegangen. Das erste Mal in meinem Leben, mit unserer Spandauer Schule sind wir nie rübergefahren. Im Rückblick finde ich es schade, keine Familie in der DDR gehabt zu haben. Es wäre sicher interessant gewesen, diese Erfahrung zu machen – auch wenn ich niemandem aus meiner Familie gewünscht hätte, in einem Unrechtsstaat aufzuwachsen. Heute freue ich mich umso mehr, dass unzählige Familien wieder vereint in einer freien Stadt leben können. Wie sind Sie zur CDU gekommen? Ich bin 1989 eingetreten. Die SPD hatte mit der Alternativen Liste eine Koalition gebildet und anstelle von Eberhard Diepgen Walter Momper zum Regierenden Bürgermeister gewählt. Ich habe das als Katastrophe empfunden. Für mich waren die ALler vor allem...

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