Behindert - man sieht es halt nicht jedem an ...

Diese unbeschreibliche Ohnmacht die man verspürt, weil man nichts tun kann, nicht helfen kann, in diesem Moment, wenn der Mensch mit dem Du Dein Leben verbringst nur ein paar Meter weit weg von Dir liegt ... selbst heute und im Nachhinein während ich das hier schreibe, ich wünsche von ganzem Herzen das niemand das erleben muss, was ich in dieser Nacht in einem nur recht kurzem Zeitraum durchlebt habe!


Du bist in einem fremden Land (obwohl ich mich zu diesem Zeitpunkt recht gut verständlich machen konnte), niemand spricht Deine Sprache, niemand ist bei Dir mit dem Du reden kannst ... und man möge mir meine Reaktion verzeihen, als ich dann endlich etwas sagen konnte. Auch wenn es wirklich nur schwachsinniger Blödsinn war - aber was anderes willst Du tun wenn Dir einen kurzen Moment zuvor jemand sagt, das der Mensch vor Dir eigentlich schon weg war? Jetzt bist Du ja froh das doch alles noch 'gut ausgegangen' ist.


Das 'Seltsame' bei uns beiden ist ja eh, das andere die uns betrachten eh nicht verstehen, wie wir miteinander umgehen - und nur wer uns wirklich kennt weis, das ich jedem den Hals umdrehen würde, der Sonja auch nur ein Härchen krümmt. Aber das wissen und kennen ja eh nur ganz wenig sehr enge Freunde. Ist auch gut so. Aber wieder zurück zum eigentlichen Geschehen. Denn aus der Situation dieses Vorfalls heraus sollten noch wirklich dramatische Entwicklungen entstehen.


Zunächst nahm ich Sonja aus dem Hospital mit nach Hause, welches in Torrox-Costa lag. Dort angekommen wurde zunächst für den notwendigen Komfort gesorgt, damit auch ja keine Anstrengungen aufkamen, die Wohnung war ja dafür bestens geeignet. Sonja hatte ihr eigenes Bad, einen Balkon, die große Terrasse die sich über die gesamte Wohnung erstreckte und wo sie mit ihrer Katze den Tag in der Sonne verbringen konnte, während ich meiner Arbeit nachging, also soweit alles gut.


Leider ergaben sich jedoch trotzdem im Laufe der Zeit gesundheitliche Entwicklungen, die uns dann im Laufe der Zeit veranlassten den Entschluss zu fassen, das Sonja zurück nach Deutschland ging um sich dort dann in medizinische Betreuung zu begeben. Das Vertrauen in die medizinische Versorgung vor Ort war durch zwischenzeitlich aufgekommene Vorfälle in unserer Umgebung nicht unbedingt positiv beeinflusst und deshalb also unsere entsprechende Entscheidung. Auch spielte natürlich noch der Faktor mit das Sonja beim ersten deutschen Ziel ihren Bruder im Auge hatte und ihre Mutter dann in der Nähe wusste.


Jedoch ergaben sich dann, in Deutschland angekommen, im Verlauf der Zeit, nach und nach einige Ergebnisse mit denen wir nicht gerechnet hätten!


Bei Sonja wurde festgestellt, das wohl schon mehrere Hirnschläge (Schlaganfälle) stattgefunden hätten, die wohl auch weitere Schäden nach sich gezogen haben.


Da sich dies wohl über einen längeren Zeitraum hingezogen hat und sowohl Sonja selbst, wie auch ich davon nichts mitbekommen habe - gibt dies doch sehr zu denken! Und daich selbst davon im Jahr 2014 betroffen war, ebenfalls ohne etwas davon mitzubekommen, es also erst einige Zeit später durch den Arzt mitgeteilt bekam bei einer 'Zufalls Untersuchung' aufgrund eigentlich eines anderen Grunds, sprach ich natürlich darüber auch mit dem Neurologen von Sonja und mir.


Ich werde versuchen zu diesem Thema 'Hirnschlag' und auch warum man das nicht unbedingt mitbekommt eine entsprechende Stellungnahme zu bekommen, diese dann hier im Blog noch beifügen. Bei uns beiden, wie gesagt, war es tatsächlich so, das wir es nicht bemerkt haben...


Mittlerweile ist es jedoch so weit, das bei Sonja durch diese Hirnschläge

- das rechte Auge ohne Funktion ist und sie deswegen mit Blindenstock und Armbinde raus geht

- die rechte Hirnhälfte nahezu ohne Funktion sein soll (lt. der entsprechenden Aufnahmen)

- der Gleichgewichtssinn weitgehend versagt

- Logopädische Hilfe benötigt wurde

- ihr 100% Behinderung vom Amt bestätigt wurde


Jedoch behält sich das Jobcenter vor regelmäßig zu prüfen, ob sich der gesundheitliche Status wieder verbessert... :D

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