Thema: Zahnarzt / Angstpatient - endlich gibt es die Ersatzteile bzw. Teil 3 der Geschichte

nachdenkliches
thoughtfulNachdenkliches

"Leck mich am A....! Ist das ein Sch.... Gefühl!" hörte ich mich selber sagen, obwohl ich es eigentlich gar nicht wollte.


Zum einen froh darüber das nun alles vorbei war, mehr oder weniger, zum anderen jedoch irgendwie ein wenig enttäuscht!

Hatte ich doch nun das Gefühl, als hätte mir jemand einen Skischuh ins Maul geschoben :-(


Sorry Leute, ich kann es nicht anders ausdrücken!

Aber die meisten kennen das Gefühl, wenn man den Ski-Schuh das erste mal anzieht und dieses steife Gefühl an den Füssen spürt. Irgendwie unbeweglich und absolut steif bewegt man sich 'stapsig', fast wie ein Roboter vorwärts und hat das Gefühl die Beweglichkeit verloren zu haben.

Ungefähr so fühlte es sich nun auch in meinem Mund an. Nur eben mit dem Unterschied, das dieses Gefühl an meinem Gaumen so absolut nicht meins war - fremd, unbehaglich, ohne jegliche Geschmacksrichtung - halt eben einfach nur Sch...e!


Sprechen = nahezu ausgeschlossen, denn - im unteren Bereich war ja auch das neue Teil! Zwar "nur" ein teilweiser Ersatz, gehalten von 2 Klammern, allerdings aktuell auch noch ein absoluter Fremdkörper und eben die frische Naht, welche der Herr Doktor zwar mit Witz und Charme vernäht hatte, jedoch lief da wohl immer noch etwas Blut und natürlich schmeckte ich dies. Zumindest glaubte ich das im Moment. Egal, der 'Ersatz' = das sogenannte Provisorium war nun drin und nun hieß es erst einmal - Ab in Richtung Heimat mit den ÖPNV und meinem Rollator.


Als ich auf die Straße hinaus trat, wie herrlich - Düsseldorfer grau in grau mit Regen und Kälte - rüber zur Haltestelle, wo auch direkt zwei Minuten später die Bahn kam in die ich mich hinein begab. Sitzen nicht möglich und da ich ja nur eine Station vor mir hatte auch egal.

Erste Hürde dann an der nächsten Station - ich wollte, musste ja raus, aber wie verständlich machen? Die junge Dame vor der Tür war mit ihrem Handy beschäftigt, wie auch die Mutti mit ihrem Kinderwagen. Reden ging nicht, sonst wäre mir wohl etwas aus dem Mund gelaufen.

Also stieß ich ganz aus Versehen mit dem Rollator die Handy-Dame an und gab so zu verstehen das ich hinaus wollte. Hat ihr wohl nicht gefallen, denn sie musste ja ihren Chat unterbrechen, mir war es in diesem Moment egal - ich hatte ja keine andere Möglichkeit :-(


Endlich wieder auf der Straße und im Regen ging es dann ab in Richtung Apotheke, wo ich der jungen Verkäuferin den Zettel hin hielt, auf welcher zu lesen stand, was man mir nach Erhalt meines Teufelszeugs im Mund aufgeschrieben hatte = Kleber für Zahnprothese

Sie fragte mich welche Geschmacksrichtung ich bevorzuge, worauf ich ihr zu verstehen gab (mit Händen und Füssen) das mir dies wohl völlig egal sei.

Nun gab es auch noch unterschiedliche Sorten :-( woraufhin ich die wählte, was die meisten Zahnärzte wohl empfehlen (angeblich) ;-)


WOHER SOLL ICH DENN WISSEN WAS GUT IST FÜR MICH ???


Eine Tube Zahnprothesen Kleber reicher ging es nun endlich auf den endgültigen Heimweg, diesmal setzte ich mich auf die nasse Sitzfläche an meinem Rollator, war mir alles egal jetzt. Glaub mal nur nicht, das Kinder mit Handy in der Hand aufstehen, oder von ihren Eltern dazu aufgefordert werden, wenn sie auf dem Platz für Behinderte sitzen in den ÖPNV. Warum auch?


Nein, ich will mich auch um Gottes Willen nicht beschweren - das Spiel am Handy erfordert höchste Konzentration und dafür ist es besser wenn Kinder sitzen! Nicht das noch etwas passiert.

Ob ich mich langsam zum 'Meckerer' entwickle? JA

Es gibt halt so ein paar Dinge welche mir auffallen und die 'normal' nicht sein müssten!


Ok, weiter im Text. Zuhause angekommen, die erste Tat = das Oberteil raus genommen und abgespült, ins Wasserglas gelegt, den Mund ausgesült mit klarem Wasser und vom Restblut befreit, welches sich bis hierhin angesammelt hat.

Man glaubt nicht, was sich da ansammelt! Na gut, wurden ja auch einige Zähne gezogen bevor die Ersatzteile herein kamen heute.

Gut, das alles in einem Durchgang gemacht wurde! Nun habe ich es ja wirklich hinter mir, abgesehen vom Fäden ziehen in einer Woche. Aber das ist ja dann wirklich nur noch ein Klacks.


Nun lautet die Devise nur noch: Mit den 'Ersatzteilen' üben und sprechen trainieren ;-)

Schöner aussehen als zuvor tut es auf jeden Fall und ungewohnt ist es natürlich ganz schön.

Das Überwinden der Angst hat sich gelohnt und der Kiefern Chirurg Dr. W. hat Recht behalten!


Trotzdem gibt es in Kürze noch einen kleinen PRO und KONTRA Bericht von mir zum Abschluss,

welcher jedoch meinen Bericht hier in keiner Weise schmälern wird, denke ich.


Hier geht es zum TEIL 1 der Geschichte


Hier geht es zum Teil 2 der Geschichte

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